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Leichte Bremsspuren

Das Corona-Virus hat Vieles verändert. Doch welche Auswirkungen hat die Pandemie bisher tatsächlich auf die Baukonjunktur 2020? Die ersten statistischen Ergebnisse liefern noch keine klare Tendenz.

Seit Mitte März 2020 steht ganz Deutschland im Zeichen der Lock-down-Auswirkungen im Zuge der Corona-Pandemie. Doch bis Ende März ist davon in der Bauwirtschaft wenig zu spüren gewesen. Denn im März 2020 war der Umsatz im Bauhauptgewerbe 11,8 % höher als im März 2019. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, stieg die Zahl der Beschäftigten um 2,0 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Bauhauptgewerbe zeigten sich im März 2020 daher noch keine erkennbaren Effekte der Corona-Pandemie auf Umsatz und Beschäftigung. In den ersten drei Monaten 2020 stieg der Umsatz im Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,6 %. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 2,2 %.

Auch die Umsätze im Ausbaugewerbe stiegen im 1. Quartal 2020 um 8,2 % gegenüber dem 1. Quartal 2019 und damit zum 19. Mal in Folge (seit dem 3. Quartal 2015). Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, waren im 1. Quartal 2020 im Ausbaugewerbe 1,2 % mehr Beschäftigte tätig als im Vorjahreszeitraum. Alle Wirtschaftszweige des Ausbaugewerbes verbuchten im 1. Quartal 2020 Umsatzzuwächse.

Für das gerade abgelaufene zweite Quartal liegen naturgemäß noch keine gesicherten statistischen Ergebnisse vor, doch will der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) in seiner monatlichen Unternehmensbefragung im Mai erste Eintrübungen festgestellt haben. Demnach bewerteten die Betriebe ihre Geschäftslage im Mai (nur) mit „befriedigend“. Dies verdeutliche, dass einerseits der Baustellenbetrieb unter großen Anstrengungen zur Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln überwiegend aufrechterhalten wurde. Andererseits sei dies mit Mehraufwand und Produktivitätsverlusten für die Betriebe verbunden.

Anders als sonst charakterisierten die Bauunternehmen die Bautätigkeit im Mai gegenüber dem Vormonat als weitgehend unverändert. Die Auftragsbestände legten im Hochbau leicht zu von 3,5 auf 3,7 Monate. Bei der Geräteauslastung wurde im Hochbau zwar eine Steigerung von 5 %-Punkte auf gut 75 % festgestellt, allerdings seien dies noch 5 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Laut ZDB rechnen die Unternehmen für die kommenden Monate aber mit einer „deutlich abnehmenden Orderdynamik“. Dies sei auf die wirtschaftlichen Folgen des Lock downs bei den öffentlichen Auftraggebern (vor allem den Kommunen) und denen im Wirtschaftsbau zurückzuführen.

Schließlich sähen die Bauunternehmer die Preise für Bauleistungen unter erheblichem Druck. Auch dies trübe die Geschäftserwartung für das zweite Halbjahr ein.