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FH Münster beruft Bauingenieurin Dr. Simone Kattenstedt

Dr. Simone Kattenstedt ist zum Wintersemester 2020/21 als Professorin an die FH Münster berufen worden. Die Expertin für Computerorientierte Methoden im Konstruktiven Ingenieurbau und Tragwerksplanung für Hoch- und Ingenieurbauwerke lehrt am Fachbereich Bauingenieurwesen.

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Foto: FH Münster

Dr. Kattenstedt hat unter anderem am Dach der Elbphilharmonie mitgearbeitet. „Das ist natürlich ein unglaublich komplexes Bauwerk“, sagt sie. „Es gab viele Sonderfälle und ein großes Team mit etwa 100 Bauleiterinnen und -leitern. Da ist alles anders, als man es zuvor gelernt hat.“ Wenn sie seitdem in Hamburg ist, sei es ein durchaus besonderes Gefühl, vom Hafen aus auf das inzwischen fertige Gebäude zu blicken. „Ich freue mich sehr, dass ich daran mitarbeiten durfte.“

Dr. Kattenstedt blickt auf eine Karriere sowohl im praktischen Bauingenieurwesen als auch an der Universität zurück. Vor ihrer Berufung an die FH Münster war sie in einem Ingenieurbüro für Brückenbau tätig. Studiert hat sie an der TU Dortmund. Dort hat sie 2006 ihr Diplom abgeschlossen und nach einigen Jahren in der Praxis im Jahr 2017 promoviert. „Mich interessiert die wissenschaftliche Seite des Bauingenieurwesens“, sagt sie. „Ich finde die Dinge gern selbst heraus.“

Dass sie einmal diesen Berufsweg einschlagen werden würde, war nicht sofort klar. Ursprünglich wollte Kattenstedt Architektur studieren. Mathematik und Physik fand sie auch schon immer spannend. „Dann habe ich aber einen Vortrag über das Bauingenieurwesen gehört – und das ist ein Zusammenspiel aus Kreativität, Mathe und Physik. Das hat mich gleich begeistert, also habe ich das Studium begonnen und bin bis heute drangeblieben.“

Für ihre Lehre ist es Kattenstedt wichtig, den Studierenden den Spaß am Fach zu vermitteln und aufrechtzuerhalten: „Ich möchte sie mitreißen. Mein Ansporn ist es, zu zeigen, dass man im Bauingenieurwesen Dinge erschaffen kann. Dass dahinter kreative Prozesse stecken.“ Genauso wichtig sei es der Hochschullehrerin aber auch, sich nicht nur als Professorin zu verstehen, sondern den Studierenden mit gutem Beispiel voranzugehen. Kattenstedt interessiert sich für Kultur und Politik; in ihren Vorlesungen, die zur Zeit der vergangenen US-Wahl stattfanden, habe sie dementsprechend das Tagesgeschehen kommentiert. „Ich will den Studierenden auch einen Blick über den Tellerrand hinaus vermitteln.“

In ihrer eigenen Forschung beschäftigt sich die Professorin mit der Nachrechnung von Brücken – und verfolgt dabei einen nachhaltigen Ansatz. „Mit der Zeit müssen Bauwerke analysiert und beurteilt werden, anstatt sie einfach abzureißen und neu zu bauen“, sagt sie. Dem ist sie auch in ihrer Dissertation „Untersuchungen zur Modellierung und numerischen Simulation des Querkrafttragverhaltens von Stahlbetonbalken“ nachgegangen. „Ich habe darin ein Verfahren untersucht, um Bestandsbrücken nachzurechnen und diese dadurch vor dem Abriss bewahren zu können.“ In der Zukunft will sich Kattenstedt unter anderem verstärkt mit den Möglichkeiten beschäftigen, wie rezyklierte Baustoffe aus Abbruchmaterialien, zum Beispiel Recyclingbeton, vermehrt eingesetzt werden können.