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Fachkräftemangel ist Sorgenkind Nr. 1

BauInfoConsult hat 600 Profis aus der Bauwirtschaft zu prägenden Branchentrends befragt. Top-Problemtrend bleibt der Fachkräftemangel. Der Baupreisanstieg bereitet jedem vierten Befragten Sorge. Aber es gibt auch Trends, die positive Erwartungen wecken.

Diagramm

Es ist schon erstaunlich, dass sich die deutsche Bauwirtschaft auch nach über 15 Monaten Corona-Krise weiter positiv entwickelt. Doch die Akteure der Branche sehen sich vor allem Entwicklungen und Trends gegenüber, die ihre Arbeit am Bau erschweren. Im Rahmen der neuesten Branchenstudie „Jahresanalyse“ hat der Düsseldorfer Marktdaten-Spezialist BauInfoConsult auch in diesem Jahr 600 Profis aus der Bauwirtschaft zu den prägenden Branchentrends befragt, darunter jeweils 120 Architekten, Bauunternehmer, Dachdecker/Zimmerer, Maler/Trockenbauer und SHK-Installateure. Dabei sollten die Bauprofis spontan die Entwicklungen nennen, die derzeit den stärksten Einfluss auf das Baugeschehen haben.

An oberster Stelle landete einmal mehr der Fachkräftemangel: Jeder zweite befragte Bauakteur sieht das Problem qualifiziertes Personal zu finden als drängend an. Das gilt insbesondere für die Befragten aus dem Bauhauptgewerbe und den Ausbaugewerken. Auch wenn die Ausbildungsoffensive im Bauhandwerk langsam Früchte trägt, ist der Bauwirtschaft mit Fachkräften, die erst in Ausbildung sind, erst mittelfristig ein wenig geholfen.

Im Zuge der starken Immobilien- und Baunachfrage sind die Baupreise permanent im Anstieg. Aktuell kommt es laut Meldungen von Herstellern, Händlern und Bauakteuren zu Lieferengpässen, so dass Materialien wie Holz, Dämmmaterial und Kunststoffkomponenten zu recht plötzlichen Preiserhöhungen führen, die Bauprojekte mit einem Schlag deutlich verteuern. 27 % der Befragten rechnen damit, dass die Preisanstiege für Bauleistungen der Branche auch langfristig erhalten bleiben werden und eine dämpfende Wirkung auf die Baukonjunktur haben werden.

Auch Corona ist und bleibt ein lästiger Hemmschuh für die Bauaktivitäten. Schließlich bestimmen Hygienekonzepte, kontaktarme Zusammenarbeit und Mitarbeiter in Quarantäne auch weiter noch den Baualltag. Hinzu kommen weitere 15 %, die durch mehr Insolvenzen infolge von Corona wirtschaftliche Einbußen auch am Bau befürchten.

Immerhin: Mit insgesamt 37 % der Bauprofis, die energieeffizientes oder nachhaltiges Bauen als einflussreiche Trends identifizieren, sind auch zwei wichtige Treiber der Baukonjunktur unter den Top-Trends für 2021 und 2022 vertreten. Angesichts der Klimadiskussion und der starken Bauherrennachfrage nach MAP-Mitteln zur energieeffizienten Sanierung dürfte der Branche dieser erfreuliche positive Trend auch weiter erhalten bleiben.

Auffällig bleibt eins: Neben den sechs Top-Trends (siehe Abbildung) wurden verhältnismäßig wenige andere Themen von den Bauprofis als Trends identifiziert. Der um sich greifende Wohnungsmangel, der zu einem deutlichen Bau- und Immobilienpreisboom geführt hat, oder auch tiefgreifende Entwicklungen wie die Digitalisierung der Bauprozesse werden angesichts der allgegenwärtigen Krise ganz offensichtlich als weniger prägend wahrgenommen.

Die Einschätzungen der befragten Bauakteure zu den Bautrends 2021basiert auf Vorabergebnissen aus der groß angelegten Studie „Jahresanalyse Deutschland 2021/2022“. Die Jahresanalyse ist ein umfassendes Nachschlagewerk über aktuelle Entwicklungen in der Bau- und Installationsbranche in Deutschland. Mehr dazu unter

www.bauinfoconsult.de